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Rettungshundestaffeln des Landes tauschen sich aus

Rettungshundestaffeln des Landes tauschen sich über Einsätze und Erfahrungen aus

Seit gut zehn Jahren treffen sich aktive Staffeln des Bereichs Württemberg regelmäßig zu „Rettungshundestaffel-Stammtischen“.

Jetzt fand ein solcher im Schurarer Landgasthof „Bären“ statt, wo sich die Experten untereinander austauschen konnten.

Trossingen. Vor mehr als zehn Jahren habe man diese Stammtische, die es schon früher gegeben habe, wieder aufleben lassen, berichtet Hauptorganisator Michael Stech, Staffelleiter der Rettungshundestaffel des DRK Kreisverbandes Calw. Eingeladen sind hierzu alle aktiven Staffeln aus dem Bereich Württemberg, egal welcher Hilfsorganisation diese angegliedert sind, sei es DRK, Johanniter, Malteser oder ASB.

„Im Sommer treffen wir uns meistens im Raum Tuttlingen“, erklärt Ulrich Adrion, Leiter der Rettungshundestaffel des DRK Kreisverbandes Tuttlingen, die vor 15 Jahren gegründet wurde und seit 2010 ihren Sitz in Trossingen hat.

Hin und wieder habe auch jemand seinen Hund mit dabei. Dies sei aber eher selten, denn bei den Treffen stehe die Geselligkeit im Vordergrund, erklärt Michael Stech. Zum Stammtisch in Schura kamen nun Mitglieder der Rettungshundestaffel DRK Calw, der BRH Rottweil-Hegau, ASB Tuttlingen, des DRK Zollern-Alb und der DRK-Rettungshundestaffel Tuttlingen/Trossingen.

Diese Treffen haben einen besonderen Stellenwert, denn bei Einsätzen treffen sich die Teilnehmer der Rettungshundestaffeln vor Ort, ein Austausch ist aber im Einsatz nicht möglich. Doch, egal bei welchem Einsatz auch immer, sei es von großem Vorteil, wenn man mit bekannten Gesichtern zusammenarbeiten könne. Es sei alles viel einfacher, sind sich die engagierten Helfer einig. „Das relevante Einsatzgeschehen wird selbstverständlich zeitnah besprochen“, sagt Ulrich Adrion, doch Themen wie beispielsweise Ausbildungsverordnungen werden schon mal am Stammtisch „durchgekaut“ oder auch Erfahrungen und Tipps ausgetauscht. Eine der größten Staffeln sei das DRK Zollern-Alb mit Sitz in Balingen mit 16 geprüften Hundeteams, beim DRK Calw sind es neun und im Landkreis Tuttlingen elf geprüfte Teams.Davon zählen fünf zur DRK-Rettungshundestaffel und sechs zum ASB. „Von unserem Standort Trossingen aus haben wir jährlich zwischen 19 und 29 Einsätze zu bewältigen“, erklärt Ulrich Adrion. Das Bestreben aller Rettungshundestaffeln sei, „nie zu spät zu kommen“, doch  die Alarmierung im Kreis Tuttlingen funktioniere sehr gut, dies bestätigt auch Michael Stech für den Kreis Calw. Es gebe viele Alarmierungen, bei denen die gesuchte Person wieder auftauche. Unter den gesuchten Personen seien vor allem Demente, Suizidgefährdete, aber auch Sportler. Doch nicht in jedem Falle werde der Hund auch fündig. „Etwa 80 bis 90 Prozent der Menschen tauchen zeitnah zum Einsatz wieder auf oder werden gefunden“ berichten die Staffelleiter.

„Maximal zehn Prozent ist länger als eine Woche weg.“ Dank der überaus aus guten kreisübergreifenden Zusammenarbeit der Rettungshundestaffeln müssen die Helfer aber nicht auf Urlaub verzichten. „Wir melden uns rechtzeitig ab, sodass jederzeit die Einsatzfähigkeit über andere Kollegen gesichert ist.“ Die Arbeit eines Rettungshundeführers oder -helfers sei ein „unbezahltes Hobby“, sodass man auch einmal in den Urlaub gehen dürfe. Die insgesamt 15 anwesenden Rettungshunde-Stammtischkollegen sind sich einig: „Es ist eine ehrenamtliche Beschäftigung, die mit und ohne Hund sehr viel Spaß macht, aber auch sehr zeitintensiv ist. Allein die Trainingszeiten belaufen sich auf mindestens zehn Stunden pro Woche. Hinzu kommen Sanitätsdienste, Sammlungen, Vorführungen und Einsätze, deren Anzahl und Umfang nie vorhersehbar ist.

Dass bei allen Rettungshundestaffeln auch Helfer ohne Hund benötigt werden, versteht sich von selbst und gerade diese Menschen sind gesucht. „Interessierte Leute ohne Hund sind immer willkommen und ganz wichtig für unsere Unterstützung im Einsatz“ betont der örtliche Leiter Ulrich Adrion.

Iko (Quelle: Die Neckarquelle www.nq-online.de)


Spaß und Spannung mit dem Helfertrio

 

Jede Menge Spaß bei der Rallye der Hilfsorganisationen / Rettungshundestaffel zum ersten Mal mit dabei

Am Feuerwehrgerätehaus erlebten am Samstagnachmittag 37 Mädchen und Jungen eine Rallye der etwas  anderen Art – nämlich die der Hilfsorganisationen Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk (THW).

Trossingen. Das Trossinger „Helfertrio“ präsentierte sich einmal mehr als ein eingespieltes Team, und die Kinder erfuhren sowohl Theorie und Praxis dieser in vielerlei Lagen nicht

wegzudenkenden Trossinger Institutionen. Die Jugendleiter und ihre Teams von Feuerwehr, DRK und THW hatten sich an vielen Stationen wieder größte Mühe gegeben, Spiel, Spannung und Spaß in Kombination von simulierten Notfällen an die Ferienprogrammteilnehmer weiterzugeben.

 

Eingeteilt in fünf Gruppen wurden alle Stationen durchlaufen. Einer der Gruppenleiter war Stefan Fink, der im beinahe „fliegenden Wechsel“ vom Leiter im Zeltlager der Naturfreunde zur Rallye der Hilfsorganisationen hetzte „mit einer kurzen Dusche zu Hause“, meinte er scherzend. Fink ist einer der vielen eifrigen Trossinger Feuerwehrleute, die „nirgendwo etwas anbrennen lassen“ und als gutes Beispiel für ehrenamtliches Engagement gelten. Die Helfer vom Jugendrotkreuz hatten für jeden Teilnehmer ein kleines „Erste-Hilfe-Set“ mitgebracht. Die Kinder „verarzteten“ sich gegenseitig und machten sich, gut verpackt mit Fingerkuppenverband, sterilem Armverband, manche sogar mit verbundenem Kopf und einem bunten Kinderpflaster auf der Stirn, mit viel

Eifer auf an die nächste Station, wo es galt, eine „bewusstlose Person“ in die stabile Seitenlage zu bringen. THWJugendleiterin Mona Kirschning und Helferin Sabine Dekorsy demonstrierten,

wie beim THW nach einem schweren Unfall eine verletzte Person – die junge Jenny hatte sich hierfür freiwillig gemeldet – auf einer Tragbare mittels Teppich und Seil so befestigt wird, dass diese ohne herunterzufallen zu den DRK-Helfern, die für die weitere Versorgung zuständig

sind, transportiert werden kann.

Konzentration und Fingerspitzengefühl durften die Teilnehmer an der THW-Geschicklichkeitswand zeigen, wo es galt, mit Seilen einen Ball vorbei an vielen „Löchern“ bis hinaus ins Ziel zu jonglieren, sowie beim Kugellabyrinth, das die Jugendfeuerwehr

vor einiger Zeit selbst gebastelt hat.

Erstmals mit dabei im Kinderferienprogramm war die DRK-Rettungshundestaffel des Kreises, die ihren Sitz in Trossingen hat. Die Kinder beherzigten gerne die Aufforderung von Staffelleiter Ulrich Adrion, sich erst beschnuppern zu lassen, bevor man einen Hund streichelt, und wenn man einem Hund begegnet, sollte man am besten stehen bleiben, vor allem aber „nie wegrennen und nie direkt in die Augen sehen“, erklärte Adrion, denn jeder Hund habe einen Jagdtrieb. Seine Frage „Was sind dies für Hunderassen?“ beantwortete ein kleiner Junge spontan mit „Rettungshunde“ und wurde eines Besseren belehrt, denn die anwesenden Hunde zählen zur Rasse der Retriever. Chilly, der erst einjährige Liebling von Ulrich Adrion, der sich noch in Ausbildung befindet, ist ein Golden Retriever. Die fünfjährigen Knirpse Vincent und David meinten, sie seien schneller als ein einjähriger Hund, doch Chilly zeigte im Wettrennen, was in ihm steckt und ließ den schnellen Beinen der Jungs keine Chance.

Wie ein Rettungshund anzeigt, dass er einen Vermissten gefunden hat, demonstrierte Janine Wenzler mit dem sechsjährigen Labrador-Retriever Nela. Nela rannte mit „Blaulicht“ auf dem Rücken, das normalerweise nur nachts eingesetzt wird, direkt auf Ulrich Adrion zu, der sich etwas abseits ins Gestrüpp gesetzt hatte und zeigte mit lautem Bellen den „Fund“ an und bekam wie immer bei erfolgreicher Suche sofort ihre „Belohnung“ in Form von Delikatess-Leberwurst aus der Tube.

Während der kleine Devin sich sogar traute, „Nela“ an der Leine zu führen, hielt sich der sonst kecke Yannick sehr dezent im Hintergrund. Doch sein großer Auftritt sollte noch kommen – kurze Zeit später hieß es „Wasser marsch“, und da zeigte Yannick, dass aus ihm später einmal ein

großer „Löschmeister“ werden könnte. Mit „Löschwasser“ in Form von kühlen Getränken wurden die Teilnehmer an diesem hochsommerlich heißen Mittag von Feuerwehrjugendleiter Pascal Deleye und seinem Helferteam bestens versorgt. Neben viel Wissenswertem rund um die Fahrzeuge und Gerätschaften von Feuerwehr und THW konnten die Kinder und ihre Eltern am Ende auch Informationen über alle drei Hilfsorganisationen mit nach Hause nehmen. Und sollte dem einen oder anderen Teilnehmer nun nach mehr Feuerwehr, DRK oder THW sein – kein Problem, wenn es um den Nachwuchs geht, stehen die Türen aller drei Hilfsorganisationen stets weit offen – Kinder und Jugendliche sind immer willkommene Verstärkung.

iko (Quelle: Die Neckarquelle www.nq-online.de)